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 +++ Im Interview mit Armin Redzepagic +++

Bildergebnis für Armin Redzepagic

Seit 1. Juli Landesliga- Coach des VfL Nagold: Armin Redzeoagic (vorne)

Armin, Du bist nun seit 1. Juli Trainer beim VfL Nagold. Wie hast Du dich eingelebt?

Ich muss sagen „sehr gut!“. Das Umfeld, die vielen Helfer, der Betreuerstab um Horst Schach und Rainer Bühler, die Abteilungsleitung um Uli Hamann und Udo Jungebloed, mein Co-Trainer Marco Quiskamp und natürlich die Mannschaft haben mich top aufgenommen und es mir sehr leicht gemacht, schnell Fuß zu fassen. Auch die Fans haben meiner Ansicht nach ein sehr gutes Gefühl für ehrliche Arbeit, siehe Niederlage gegen die TSG Tübingen.

Ich fühle mich rundum sehr gut aufgehoben. Man merkt sofort, dass dies hier ein ganz besonderer Verein ist, auf den man sehr stolz sein kann. Die Wahrnehmung über den Verein, die ich bisher von außen hatte, bestätigt sich nachdem man nun ein Interner ist.

Du bist vom VfL Stammheim, einem Bezirksligisten, zu uns gekommen. Wie kam der Kontakt zum VfL Nagold zustande und warum hast du Dich für uns entschieden?

Mit dem VfL Stammheim trat ich eigentlich sehr oft gegen Nagolder Teams an – Testspiele gegen die U19 und zuletzt auch gegen die Erste, sowie Punktspiele gegen die U23. Uli Hamann schien es zu gefallen, wie der VfL Stammheim in diesen Begegnungen auftrat und eines Tages luden mich Uli und Udo zu einem Kennenlerngespräch ein bei dem wir uns einfach mal austauschten.

Weshalb ich mich für den VfL Nagold entschieden habe? Nach 5 Jahren VfL Stammheim brauchte ich eine Veränderung. Kurz nachdem ich dann bekannt gegeben habe, dass ich dort aufhöre, haben sich ein paar Vereine gemeldet. Es war ein bunter Blumenstrauß aus attraktiven Kreis-, Bezirks- und Landesligisten. Nichts jedoch berührte mich mehr als die Vorstellung, dass ich nun die Möglichkeit bekommen könnte, mich in dem Verein einzubringen, welchen ich seit Kindertagen bewundere. Der VfL war und ist in den Augen vieler aus dem Kreis und auch überregional DER VEREIN schlechthin. Ob Jugendarbeit oder Aktiven Fußball, der VFL Nagold sticht positiv heraus.

Nach drei Spieltagen stehst Du mit der Mannschaft mit einer optimalen Ausbeute von 9 Punkten auf Platz 1. Hättest Du gedacht, das der Saisonstart so super gelingt und worin siehst du die Gründe für den Traumstart?

Um ehrlich zu sein, ja. Ich wusste dass wir gute, bis sehr gute Leistungen zeigen werden. Das klingt jetzt vielleicht etwas überheblich, aber ich möchte die Gründe kurz erläutern. Die Mannschaft war ja schon letztes Jahr sehr gut organisiert, mein Vorgänger hat hier sehr gute Arbeit geleistet! Dazu sollte man auch die gute Jugendarbeit loben, denn es besteht zweifellos eine gewisse Qualität an sehr gut ausgebildeten Spielern mit hervorragenden Charakteren. Dazu kommen die Verstärkungen, die allesamt nicht nur sportlich sondern vor allem auch menschlich super in die Mannschaft passen. Zwei weitere Themen die mich positiv stimmten waren zum einen die guten Ergebnisse in den Testspielen und zu guter Letzt überzeugte mich vollends die Art und Weise wie das Team im Training hart arbeitet und Vorgaben zu 100% erfüllt.  

Du bist ein Trainer, der sehr akribisch arbeitet und das Team auf jeden Gegner sehr gut einstellt- mit Erfolg! Wie willst Du deine Mannschaft spielen sehen und worauf legst du besonderen Wert?

Wenn man die Gegner kennt, kann man das gut machen. Hier in der Landesliga kenne ich nicht jeden Gegner, was jedoch auch ein Vorteil sein kann, da man sich voll und ganz auf seine eigenen Stärken besinnen kann. Wert lege ich vor allem auf eine „Arbeit-annehmende-Einstellung“. Ich sage zum Team immer, dass man das VfL Nagold Trikot nur anziehen darf, wenn man bereit ist, über seine Leistungsgrenzen zu gehen. Aber auch hier muss ich keine besondere Anstrengung unternehmen, weil die Mannschaft dies schon in ihrer DNA besitzt.

Teamchemie ist ebenfalls ein ganz wichtiges Element um dem möglichen Erfolg den nötigen Nährboden zu geben. Man muss sich bewusst sein, dass wir einen 23-Mann-Kader haben. 4 absolut starke Keeper und 19 qualitativ hochwertige Feldspieler, die allesamt Anspruch auf einen Startplatz erheben könnten. Leider können immer nur 11 Spieler anfangen und 4 eingewechselt werden, sodass 8 Spieler teilweise nicht zum Zuge kommen können. Wir haben einen Mix aus erfahrenen Topspielern und jungen hungrigen Toptalenten. Hier gilt es alle bei Laune zu halten. Wenn man sein Ego vor den Bedürfnissen des Gesamtteams stellt, geht es in die Hose. Aber auch hier muss ich sagen, dass die Jungs ihre Prioritäten richtig eingeordnet haben, sich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft und vor allem auch in den Dienst des Vereins stellen, dies zeigt sich darin, dass betroffene Spieler sehr gerne in der Bezirksligamannschaft aushelfen, wenn Not am Mann ist und um selbst auch Spielpraxis zu erhalten.

Die Mannschaft agiert auf dem Platz sehr geschlossen, sicher einer von vielen Gründen für den aktuellen Höhenflug. Wie empfindest Du die Stimmung in der Mannschaft?

Wie zuvor erwähnt, haben die Jungs einen hervorragenden Charakter, was sicherlich dazu beiträgt, dass das untereinander einfach passt, zumal viele auch untereinander befreundet sind und viel gemeinsam unternehmen. Jeder läuft für jeden und jeder trägt seinen Teil bei. Wir haben aktuell einen Lauf, sind bisher auch von größeren Verletzungen verschont geblieben. Der wahre Charakter einer Mannschaft zeigt sich jedoch erst dann, wenn es mal nicht so läuft. Aber auch hier mache ich mir absolut keine Sorgen.

Auch außerhalb der Mannschaft spüre ich Begeisterung. Ich weiß zwar nicht, ob ich hier richtig liege, aber ich habe das Gefühl, dass auch bei den Auswärtsspielen mehr Nagolder Fans vor Ort sind, als manch Heimmannschaft zu bieten hat.

Trotz des super Saisonstarts – in welchen Bereichen kann sich die Mannschaft noch weiterentwickeln?

Es gibt immer Verbesserungsbedarf, das ist klar. Ich denke, dass wir uns in allen 4 Phasen des Spiels noch verbessern können und auch werden. Konstanz ist hier sicherlich ein Schlagwort. Neben der individuellen Klasse einiger Spieler, die uns aktuell hilft die nötigen Tore zu erzielen, ist mir wichtig, dass die Jungs in ihren eigenen Aktionen das im Training erarbeitete und gesprochene wieder erkennen und dementsprechend abspeichern. Ich bin ein großer Fan des implizierten Lernens, also „Learning by Doing“, ganz nach dem Zitat von Konfuzius: „Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können.“

Nun wird Dein Team ja als der große Titelfavorit gehandelt. Wie gehst Du mit der Favoritenrolle um und was sind Deine persönlichen Ziele mit der Mannschaft?

Die Favoritenrolle, in der ich uns übrigens nicht sehe, hat sich das Team nach nur 3 Begegnungen erarbeitet. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft und wir alle wissen wie schnell es auch in die andere Richtung einschlagen kann. Marco und ich sind uns einig, dass wir nicht müde werden, die Mannschaft von Woche zu Woche daran zu erinnern, dass nichts von alleine kommt und nur Fleiß und ehrliche Arbeit zu Erfolg verhilft.

Zwecks meiner persönlichen Ziele:

Natürlich wecken solche Ergebnisse wie zuletzt die Begehrlichkeiten, aber ich denke, dass man immer auf das Ganze schauen muss und sich nicht blenden lassen darf von kurzfristigen Erfolgen. Ein Beispiel: Mit Stammheim war ich nach 2 Aufstiegen in kürzester Zeit mit dem Ziel „Nichtabstieg“ in der Bezirksliga angekommen und hatte zur Winterpause sogar Platz 2 im Visier. Nachdem wir in der Rückrunde dann von den anderen Vereinen ernst genommen wurden, hatten wir in der Rückrunde eine kleine Serie von Niederlagen und wurden nach hinten durchgereicht. Wir hatten am Ende eine Bilanz, die wir ohne Wenn und Aber vor der Saison mit Kusshand unterschrieben hätten. Trotz dessen war im Umfeld eine gewisse Unzufriedenheit zu spüren. Dies war dem guten Lauf geschuldet welche eben dann eine eher unrealistische Begehrlichkeit weckte.

Wir werden das alles richtig einordnen und weiter an der Entwicklung der Einzelspieler und der Spielphilosophie arbeiten. Wir stehen noch ziemlich am Anfang. Andere, sehr starke Teams werden ihren Lauf ebenfalls noch starten und auch wir werden irgendwann vielleicht eine Talfahrt erleben müssen, welche dann aber hoffentlich nur von kurzer Dauer sein wird.

+++ Neuzugänge Landesliga Saison 2017/2018 +++

Daniel Schachtschneider:
Der 28- jährige Stürmer kehrt nach 2 Jahren beim Oberligisten SSV Reutlingen zu unserem VfL zurück! Trotz Anfragen mehrerer Vereine hat sich Daniel für eine Rückkehr an die Nagold entschieden. In der Saison 14/15 erzielte „Schachti“21 Tore für uns. Auch diese Saison will er seinen Teil dazu beitragen, dass der VfL Nagold oft jubeln und möglichst viele Siege feiern kann! Wir freuen uns, dass Du wieder da bist und wünschen Dir eine erfolgreiche Landesliga-Saison!

Matthias Müller:
Der 27-jährige Torspieler ist ebenfalls ein alter Bekannter in Nagold. Nach fünf Jahren beim diesjährigen Liga-Konkurrenten SV Zimmern trägt auch er nun wieder das VfL-Trikot. In den bisherigen Spielen hat „Matze“ gezeigt, dass er ein toller Torwart ist und uns mit einigen tollen Paraden vor Gegentoren bewahrt! Herzlich Willkommen zurück!


Pascal Reinhardt:
Der 24-jährige Angreifer wechselte aus Neuseeland zu uns. Pascal spielte in seiner Jugend u. a. beim SSV Reutlingen und schnürte als aktiver Spieler bereits für Bayern München II, den SSV Ulm und den FSV Mainz 05 die Kickschuhe! Bereits im Pokalspiel gegen Balingen und im ersten Saisonspiel gegen Holzhausen hat unsere Nummer 10 seinen Torinstinkt unter Beweis gestellt! Wir freuen uns auf viele weitere Tore und heißen dich Herzlich willkommen!


Dominik Pedro:
Der 22-jährige Mittelfeldspieler wechselte vom Bezirksligisten 1. FC Altburg zu uns. Dominik ist im Mittelfeld variabel einsetzbar und hat in den bisherigen Spielen einige gute Ansätze gezeigt. Vor allem dank seiner Schnelligkeit wird er dem ein oder anderen Gegenspieler sicherlich „davonlaufen“! Wir wünschen viel Erfolg im VfL-Trikot und sind froh, dass Du da bist!